Thermiksense

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Der F1A-Tag bei der WM 2007 in Odessa

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Ein Bericht über einen Wettkampf von Dienstag morgens bis Freitag abends und einige Umstände drum herum von Thomas Weimer

Mein Mannschaftskamerad Uwe Rusch hat seine Eindrücke ja schon im letzten Heft (2/2007) der Thermiksense beschrieben. Dort sind auch die kompletten Ergebnisse zu finden und der F1C-Bericht. von Michael Sondhauß. Hier nun mein Bericht, in den auch die Zuarbeit von Ansgar Nüttgens eingeflossen ist.

Das F1A-Team hatte eine gemeinsame Anreise am Donnerstag geplant, wollten wir doch noch zusammen trainieren, am Weltcup teilnehmen und hatten einen gemeinsamen Mietwagen. Ich bin mit Uwe von Berlin nach Budapest geflogen. Glücklicherweise gab es keine Probleme mit unserem Übergepäck und auch die teilweise heftigen Turbulenzen über dem Erzgebirge habe ich so leidlich überstanden. Ab Budapest sollte es dann mit Ansgar zusammen weiter nach Odessa gehen, aber wir warteten vergeblich. Später erfuhren wir, dass in Frankfurt über 150 Flüge wegen eines Unwetters ausfallen mussten. So haben dann Uwe und ich am Freitag früh unsere ersten Trainingsflüge allein absolviert und dabei bereits unseren ständigen Begleiter, den Wind, sowie das Gelände kennen gelernt. Als es uns zu windig wurde sind wir wieder zum Hotel gefahren und konnten dort am Abend auch Ansgar begrüßen.

Am nächsten Tag haben wir den Weltcup mitgeflogen, hauptsächlich um uns an die Gegebenheiten unter Wettkampfbedingungen zu gewöhnen. Der Wind war schon morgens wieder präsent und nahm im Tagesverlauf weiter zu, aber es war ganz gut fliegbar und wie sich noch herausstellen sollte, wettermäßig noch einer der besseren Tage. Uwe erreichte das Stechen, bei dem ihm dann leider der Haken aufging als er durch das unwegsame Gelände rannte, um die Luft zu prüfen, in der einige Konkurrenten flogen. Ich selbst habe neben den 4 Max im 4. DG in guter Luft einen furchtbaren Start gemacht, sodass das Modell trotz aller Mühe nur 51 s flog. Bei der WM habe ich dann aber mit mehr Konzentration diesen Fehler (Modell zu früh von der Leine mit anschließendem Fast-Looping) vermieden. Ansgar (noch ohne Training in Odessa) flog im 2. und 5. DG nicht ganz voll, war aber mit dem Trainingseffekt wohl ziemlich zufrieden.

Am Sonntag wollten wir dann schon sehr früh zum Training ausrücken. Da sich aber um 4.30 Uhr schon die Bäume bogen, haben wir darauf verzichtet und sind wegen des starken Windes auch den ganzen Tag nicht mehr zum Fliegen gekommen. Die letzte Trainingsmöglichkeit bot sich also Montag früh, aber um 10.00 Uhr mussten wir zur Modellabnahme zurück sein. Deshalb ging es mit dem ersten Tageslicht hinaus und obwohl es wieder recht windig war probierten wir nochmals unsere Modelle. Bei Uwe und mir gab es keine Probleme. Ansgar jedoch hatte mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Bei einem Modell brach bei der Landung ein Ohr an und bei einem anderen kam 2-mal die Bremse nicht. Beim ersten Mal war Ansgar sehr lange zum Rückholen weg, was viel wertvolle Trainingzeit kostete. Das 2. Mal passierte kurz bevor wir zur Modellabnahme mussten. Der Flieger flog über 10 min (bei Wind). Also schnell alles ins Auto und zu dritt Richtung Schwarzes Meer um das Modell zu suchen. Dank Peilsender fanden wir es auch recht schnell nicht weit vor dem Wasser. Allerdings hatten es einige Soldaten kurz vor uns aus einem Baum geborgen und dabei ziemlich beschädigt. Dann ging es mit Tempo, ungeduscht und immer noch ohne Frühstück zur Modellabnahme.

Und da stellte sich, mir zumindest, nun endgültig die Frage, die mich schon einige (windige) Tage beschäftigte: Welche 4 Modelle soll ich anmelden?

Normalerweise fliege ich 2 kurze (2,13 m), 1 mittleres (2,33 m) und ein langes (2,52 m) Modell. Die Vorhersage für den Dienstag kündigte aber 14 m/s Wind an und da muss man erst mal über 7 Durchgänge kommen. Andererseits besteht ja die Möglichkeit ins Stechen zu kommen und das könnte ja irgendwann bei ruhigerem Wetter stattfinden, und dann ohne langes Modell? Also meldete ich natürlich meine beiden kampferprobten kleinen Flieger an, dann das extra lange Modell, aber statt des mittelgroßen zur Sicherheit doch mein altes kleines Modell, was das letzte ist, das ich noch mit mechanischem Timer habe. Die nächsten Stunden verbrachten wir mit Reparaturen, Modellvorbereitungen und Ruhe, bevor dann am Nachmittag die Eröffnung stattfand. Am Abend flaute der Wind etwas ab und da es bei Ansgars Modellen noch einige Fragezeichen gab, fuhren wir nochmals auf das Gelände. Zu dritt beschäftigten wir uns bis zum letzten Lichtstrahl mit seinen 3 wichtigsten Fliegern und am Ende haben die dann auch prima funktioniert. Mit dem guten Gefühl, bestmöglich vorbereitet zu sein und eine starke Mannschaft zu haben, ging es dann ins Bett. Allerdings war da auch noch die schlechte Wettervorhersage!

Am nächsten Morgen traute ich meinen Augen nicht. Um 4.30 Uhr bogen sich keine Bäume, nicht einmal Zweige, auch die Blätter wackelten nicht. Sollten wir etwa Glück haben? Als wir gegen 6.00 Uhr dann mit den Probestarts anfingen war es immer noch ruhig, nur eine leichte Drift, aber schon gute Thermik. Jedoch pünktlich zum Wettbewerbsbeginn um 7.00 Uhr wurden der Wind dann doch etwas stärker und die Thermik schwieriger. Unsere Startreihenfolge lautete: Thomas, Ansgar, Uwe. Also zog ich sofort mit Durchgangsbeginn mein kleines Thermikmodell hoch und suchte mir einen Platz hinter der Startlinie. Die Plätze dort waren aber erwartungsgemäß sehr begehrt und schnell von namhaften Piloten besetzt. Mit einem kleinen Umweg durch den noch nicht abgeernteten Teil des Getreidefeldes erkämpfte ich mir aber meine Wunschposition und lauerte. Schließlich wollte ich die WM für unser Team unbedingt mit einem sicheren Max beginnen, was wegen der einsetzenden Strömung und der geforderten 210 s nicht einfach werden würde. Außerdem flogen wir über die Senke, welche bei zu geringer Flughöhe die Modelle oft nach unten zog. Nach einigen Minuten entschloss ich mich in einen Pulk anderer Segler hineinzustarten, welche ausreichend gute Luft anzeigten. Der Start war prima und das Modell flog toll, auch wenn es gegen Ende Höhe abbaute. Die Senke zeigte doch ihre Tücken.

Wir besprachen das kurz im Team und Ansgar und Uwe entschieden, vor das Startfeld zu gehen und selbst nach Thermik zu suchen. Unsere Beobachtung zeigte, dass an der Abrisskante der parkenden Autos einige Modelle gut weggestiegen waren. So flogen dann beide im 1. und 2. DG auch sicher voll, auch mein Modell erreichte ein sicheres Max, wobei ich aber wieder hinter dem Starterfeld abstaubte. Im 3. Durchgang zogen wir dann in den hinteren Bereich der Startlinie, welche schräg zum Wind aufgebaut war, weil der gemähte Teil des Feldes zu schmal für die korrekte Ausrichtung war. Dadurch hatten wir nun die meisten Starter im Vorfeld. Allerdings begann auch der Wind immer stärker aufzufrischen, was Uwe ja schon beschrieben hat. Sehr viele Teilnehmer trauten sich nun wohl keinen Kreisschlepp mehr und flogen nur noch hoch und raus. Ich stellte mich wieder hinter die Startstelle, kreiste und prüfte die Luft, die andere Modelle anzeigten. Die waren aber mit hoch und raus gestartet und zeigten nichts Brauchbares an. Auch die anderen, die mit mir hinten kreisten, gingen nicht mit. Es zeigte sich, dass das Abstauben immer schwieriger werden würde. Nach einiger Zeit hatte ich guten Zug an der Leine, machte noch einen Kontrollkreis, welcher die Thermik bestätigte und startete dann allein nach einem weiteren Kreis. Da war es dann aber auch fast schon wieder zu spät. Aber das Modell flog der Thermik gut hinterher, zentrierte mal mehr mal weniger und sicherte die Volle. Claus-Peter Wächtler riet mir zum Modellwechsel, weil er meinte, dass das Modell in dieser Thermik nicht gut fliegen würde. Ich jedoch vertraute meinem Liebling und auch CPW lernte das Modell beim Rückholen in den letzten Durchgängen noch besser kennen.

Ansgar entschied sich wegen des auffrischenden Windes für einen Modellwechsel, weil der andere Flieger ein besseres Handling versprach. Am Abend hatte er die Gegenkurve verändert, das am Morgen in der ruhigeren Luft bei den Probestarts jedoch wieder zurückgenommen. Da es nun aber wieder windiger war, änderte er das erneut. Er fand selbst wieder gute Luft, zog jedoch etwas früh an, die Ausklinkkurve passte nicht so ganz und der Start geriet zu sehr zur falschen Seite. Inzwischen waren viele Blasen aber eng und obwohl das Modell sichtbar versuchte noch an die gute Luft heranzufliegen reichte es über der Senke nur für 136 s. Auch Uwe flog in der 3. Runde nur 140 s, wie, das hat er bereits beschrieben.

Trotz der verlorenen Sekunden waren wir weiter voll motiviert, für ein gutes Mannschaftsergebnis zu kämpfen. Wir hatten natürlich auch mitbekommen, dass es anderen bei den schwierigen Bedingungen nicht besser ging. Im 4. DG bezog ich mit dem Flieger an der Leine umgehend wieder meinen Platz hinter dem Startfeld. Zusammen mit den immer gleichen Leuten (Holmbom, Makarov, Kulmakko, Yablonovsky, Carter…) kämpften wir um die Positionen und lauerten auf gute Luft, die hoffentlich jemand weiter vorn anzeigen würde.

Teilweise war ich selbst erstaunt, wie gut sich mein Modell dabei beherrschen ließ. Trotz des starken Windes hatte ich kaum Probleme eng zu kreisen, auszuweichen oder irgendwo hinzulaufen, um die Luft zu prüfen. Allerdings klappte das mit dem Abstauben wieder nicht so richtig und ich entschloss mich nach einiger Zeit wieder allein zu gehen, nachdem ich Aufwind spürte. Der Start war wieder gut. Aber das Modell stand ziemlich lange gegen den Wind bis es endlich einkreiste, nachdem ich es vor Angst mehrmals laut angebrüllt habe (peinlich, hat aber geholfen). Ein sicheres Max folgte. Ansgar und Uwe waren wegen des Windes und ihrer Fehlsekunden etwas verunsichert. Deshalb warteten sie mit ausgelegter Leine auf gute Momente, schleppten nur kurz und flogen so sicher voll. Nun folgte der 5. DG, die Windstärke lag nun regelmäßig jenseits der 10 m/s und die Thermik war entsprechend eng und ruppig. Zum ersten Mal zog ich nicht sofort mit dem Signal des Durchgangbeginns hoch, sondern wartete auf einen etwas ruhigen Moment. Dann stellte ich mich wieder nach hinten, sah nach kurzer Zeit das Modell von Ivo Kreetz in erreichbarer Entfernung in guter Luft und rannte dorthin. Ich merkte die Thermik dann selbst und wusste, dass ich nicht lange zögern durfte. Also noch einmal mitkreisen und dann raus. Dabei ließ ich das Modell etwas früh von der Leine und der Drücker gelang nicht so gut. Da aber die Luft sehr gut war stieg das Modell sofort und bremste auch sehr hoch. Während des Bremsfluges und voller Freude über mein 5. Max hörte ich dann die Durchsage, dass der Durchgang unterbrochen ist und alle Modelle herunter sollten. Ringsherum ließ man die Flieger einlanden, nur Per Findal zog sein Modell an der Leine nach unten bis er es mit der Hand greifen konnte (bei dem Wind).

Es stellte sich heraus, dass sich der Landwirt bei der Wettbewerbsleitung beschwert hatte, weil der bekannte Vater eines bekannten F1B-Fliegers aus Serbien beim Rückholen mit dem Auto mitten durch das erntereife Getreide gefahren war. Es dauerte einige Zeit und Teammanager- und Jurysitzungen bis entschieden wurde, den Wettbewerb abzubrechen, wohl wegen des Bauern und des stürmischen Windes. Leider gingen mir und einigen anderen damit die schon erflogenen Wertungen der 5. Runde verloren. Andererseits stellte sich die Hoffnung ein, die letzten Starts am Donnerstag bei besserem Wetter machen zu können. Nun konnten wir also schon am frühen Nachmittag zurück zum Hotel. Es war Zeit um den müden, kaputten Knochen etwas Ruhe zu gönnen. Alle hatten wir unsere Problemchen. Mein eigentlich gesundes Knie schmerzte plötzlich nach dem Aussteigen aus dem Auto, Ansgar hatte einige wunde Stellen und auch Uwes Beine zwickten und zwackten. Aber ein Strandbesuch sowie Massagen im Wellnessbereich des Hotels halfen weiter. Mein Knie entpuppte sich in den nächsten Tagen übrigens als echtes F1A-Knie. Immer wenn ich für F1BC laufen durfte schmerzte es, wenn ich selbst fliegen musste, war es ok.

Am Mittwoch folgte der F1B-Wettbewerb und am Donnerstag um 6.00 Uhr das 2. Stechen für F1B. Um 7.00 Uhr sollte F1A fortgesetzt werden. Der Wind war ganz erträglich und die Probestarts zeigten ruhige, sichere Thermikflüge. Leider kam der Wind aus einer ungünstigen Richtung und so beschloss die Jury die Startstelle auf das andere Gelände zu verlegen. Nach dem Umzug dorthin ging es dann endlich los, inzwischen natürlich wieder mit kräftigem Wind. Ich startete wieder am Anfang und klinkte mein Modell in die erste Thermikblase, die durch andere Modelle angezeigt wurde. Ansgar suchte sich etwas abseits allein gute Luft und flog so wie Uwe kurz nach ihm sicher voll.

Im 6. Durchgang schleppte ich wieder mit ein paar anderen zusammen hinter der Startlinie, prüfte einige von Modellen angezeigte Momente, hielt aber alle für unsicher und startete nicht. Etwas später sah ich weit rechts vorne ein Modell in sehr guter Höhe. Obwohl der Weg dahin weit war, entschloss ich mich, dahin zu laufen und mein Glück zu probieren. Ich rannte so schnell ich konnte dahin, mein Modell folgte tadellos. Obwohl ich dabei andere schleppende Piloten umlaufen musste, von denen einige auch Warnrufe in meine Richtung ausstießen, ging es quer über das unwegsame Gelände und am Ende noch durch einen Graben und über einen Wall. Angekommen sah ich das andere Modell genau über mir, spürte die Thermik und klinkte im nächsten Kreis aus. Dann ließ ich mich auf den Rücken fallen und versuchte allmählich wieder zu Atem zu kommen. Dabei konnte ich aber noch meinem Modell nachschauen, wie es in kurzer Zeit eine gewaltige Höhe erklomm. Ansgar machte es in dieser Runde noch einmal spannend. Er schleppte hinter den Startstellen als von vorn ein Modell kam, das mit Leine in offensichtlich guter Luft wegstieg. Er positionierte sich und klinkte aus, leider etwas zur falschen Seite. Aber das Modell flog gut und aus der Zitterpartie wurde doch ein Max. Uwe flog sicher voll. Wir mutmaßten, dass wir in der Mannschaftswertung recht gut liegen müssten und schworen uns noch mal auf den letzten Durchgang ein.

Ich schleppte gleich wieder zwischen einigen anderen hinter der Startlinie und da ich nun ganz sicher ins Stechen wollte, war ich eigentlich fest entschlossen nur mit anderen zusammen in wirklich sichere Luft zu starten. Aber es kam anders. Nach wenigen Minuten spürte ich plötzlich einen starken Leinenzug und beim Kreisen wollte das Modell so stark nach oben, das ich mich entschied, allein auszuklinken. Im nächsten Kreis zur Vorbereitung des Starts konnte ich das Modell kaum bändigen. Aber der Start gelang und das Modell gewann schnell eine gigantische Höhe und landete entsprechend weit. Die anderen, die mit mir geschleppt haben, schauten nur erstaunt hinterher. Glücklich darüber, bei solch schwierigen Bedingungen das Stechen erreicht zu haben, unterstützte ich nun gleich wieder Ansgar und Uwe, in der Hoffnung, dass mein/unser guter Wettkampf noch mit einer Mannschaftsmedaille gekrönt würde. Ansgar flog nach kurzen Schlepp problemlos voll und belegte in der Endabrechnung Platz 25.

Was dann leider Uwe passiert ist, hat er bereits selbst beschrieben. So mischte sich in die Freude über meine Stechteilnahme doch die Enttäuschung über die verpasste Medaille, die sogar golden hätte sein können. Aber es gab natürlich keine Vorwürfe. Jeder von uns kennt den Freiflug und auch solche Momente gehören dazu. Wir waren ein echt tolles Team, das prima gekämpft und sich nach Kräften unterstützt hat. Und an dieser Stelle muss auch der Rest der Mannschaft ausdrücklich gelobt werden. Ohne die hervorragende Rückholarbeit hätten wir viel schlechter ausgesehen. Unsere Modelle waren oft sehr knapp, aber immer pünktlich zurück, was bei dem Wind und den teilweise großen Bremshöhen wirklich bemerkenswert ist. Ich war echt glücklich, alle 7 Durchgänge mit meinem besten Modell fliegen zu können.

Auch in anderen Teams gab es Enttäuschungen. Besonders getroffen hat mich, dass Ivo in der letzten Runde noch das Stechen verpasst hat. Wir haben uns während des Wettbewerbs immer wieder ausgetauscht und gegenseitig motiviert. Er musste nach einer Leinenkollision und der daraus folgenden Modellbeschädigung den Flieger wechseln und verpasste dann das Max. Obwohl wir natürlich Konkurrenten sind, hat das auch mir wehgetan. Aber ich hatte mein Hauptziel erreicht, war nun mit 18 anderen im Stechen und hatte noch alle Modelle unbeschädigt in der Kiste.

Das Stechen sollte am Abend um 19.00 Uhr stattfinden. Am Nachmittag ging jedoch ein schweres Unwetter nieder, das Bäume abknickte, den Zeltplatz mit Sturm und tischtennisballgroßen Hagelkörnern verwüstete und auch den Platz unter Wasser setzte.So wurde das Stechen auf Freitag früh vor den F1C-Wettbewerb verschoben. Aber um 6.00 Uhr war es schon wieder viel zu windig und es wurde erneut abgesagt.

Es konnte dann aber am Freitag doch noch durchgeführt werden, am Abend zwischen den ersten beiden Stechen in F1C. Und tatsächlich wurde es auch ruhiger. Wind, aber auch Thermik nahmen deutlich ab. Die ersten Probestarts machte ich noch mit den kleinen Modellen, baute dann aber sehr schnell den ganz großen Flieger zusammen. Da das Stechen nicht am eigentlichen Wettbewerbstag stattfand war es auf 10 min Flugzeit angesetzt. Es war aber eigentlich klar, dass es fast keine Thermik mehr geben würde und ein Modell mit guter Gleitleistung nötig war. Zu Stechbeginn war es dann auch abgeschirmt und es gab noch eine leichte Strömung. Ich wartete etwas mit dem Hochziehen um Kollisionen zu vermeiden. Dann schleppte ich wie eigentlich alle anderen vor der Startstelle und sah dann neben mir jemanden, der offensichtlich gute Luft hatte, diese kontrollierte und dann auch startete. Auch mein Modell hielt sich gut und ich entschied ebenfalls auszuklinken, auch weil ich mit immer kälter werdender Luft rechnete. Der Start war nicht ganz perfekt. Ich zog so sehr ich konnte und beim Loslassen hat irgendetwas am Modell kurz vibriert. Das hatte ich vorher noch nie, aber dadurch ging etwas Speed verloren und das Modell machte einen kleinen Abtaucher, beruhigte sich aber sofort. Der Flug war gut, jedoch stellte sich die Luft als doch nicht so toll heraus. Am Ende wurde ich mit 260 s 14., ganz ok aber unter die ersten 10 wäre ich schon gern gekommen. Von den anderen Piloten habe ich nicht viel mitbekommen. Nach dem Ende habe ich aber gehört, dass Ivan und Rudi gleich nach Beginn gestartet sind als ich sicherheitshalber noch etwas gewartet habe. Per hat dagegen erst kurz vor Ende der Arbeitszeit weit vorn als letzter ausgeklinkt.

Am nächsten Morgen konnten wir dann endlich mal etwas länger schlafen. Wir haben unsere Sachen gepackt und sonst gefaulenzt. Abends war dann am anderen Ende von Odessa die Abschlussveranstaltung. Wir haben gut gegessen, viel Wodka getrunken, und durften bei der Siegerehrung für den 3. Platz in der Nationenwertung auch auf die Bühne. Mit dem Rückflug am Sonntag gingen dann 1 1/2 wirklich erlebnisreiche und anstrengende Wochen zu Ende, in denen wir aber auch viel Spaß hatten und etliche internationale Freundschaften vertiefen konnten.