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Modellflugtagung 2003 in Bremen

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Modellflieger verstärken die Jugendarbeit

Die wichtigsten Ergebnisse der Modellflugtagung 2003 waren die beginnende Kooperation mit dem Deutschen Modell-fliegerverband DMFV, die Verstärkung der Jugendarbeit und die Aufstockung der Arbeitszeit des Geschäftsführers von 50% auf eine volle Stelle bis 2005. Die sportlichen Erfolge im Jahr 2003 können sich sehen lassen: sieben Meistertitel auf Welt- und Europameisterschaften, sechs davon errungen von Junioren.

Am 22./23.November fand in Bremen die 58. Modellflugtagung (MFT) des DAeCs statt, die MFT ist die jährliche Hauptversammlung der Modellflieger. Die Modellflugreferenten der Landesverbände und ihre Stellvertreter, sowie die Mitglieder der Modellflugkommission, berieten das Sport- und das Verbandsgeschehen im Jahr 2004. Die Stimmrechte richten sich nach der Anzahl der Modell-flieger in den Landesverbänden, so waren 9952 von 10781 Wahlstimmen anwesend. Zeitweise Gäste waren der DAeC-Präsident Gerd Allerdissen und der DAeC-Schatzmeister Dr. Dieter Plusczyk, der DAeC-Vizepräsident Herrmann Kleber war die ganze Sitzung dabei.

Bericht des Vorsitzenden

Klaus Böckmann wies darauf hin, der DAeC sei in erster Linie ein Sportverband, Höhepunkt sei die WM im Segelflug F3B in Kirchheim/Teck gewesen. 2003 hätten 85 Sportler und Mannschaftsführer Deutschland und den DAeC auf sechs Welt- und fünf Europameisterschaften vertreten. Wie wichtig die Einbindung in einen starken Dachverband sei, habe sich bei der erfolgreichen Bemühung gezeigt, die Zuteilungsgebühren für die Fernsteuerfrequenzen abzuschaffen. Das habe den Modellfliegern in Deutschland über die Jahre mehrere Millionen Euro gespart. Die Sportfachgruppe habe jetzt 12845 Mitglieder, dazu kommen rund 1550 Jugendliche unter 14 Jahren, dies sei ein positiver Trend gegenüber 2002. Damit haben die Modellflieger im DAeC die Motorflieger überholt, sie sind jetzt auf Platz 2.

Eine erste Annäherung zwischen DAeC und DMFV habe es 2003 gegeben, zu dieser Kooperation gebe es keine echte Alterna-tive. Nur so sei in Politik und Verwaltung etwas für den Modellflug zu errei-chen. Die frühere gegenseitige Blockade habe manchen Fortschritt verhindert. Die erstmalige Darstellung des Modellflugs auf der Aero 2003 in Friedrichshafen war gleichzeitig die erste nach außen sicht-bare Kooperation mit dem DMFV. Neue Richtlinien für die Aufstiegserlaubnis und ein Betriebshandbuch wurden vom DAeC und vom DMFV gemeinsam erarbeitet und dem BMV vorgelegt. Dabei ist die Beauftragung der Erteilung der Aufstiegserlaubnis durch die Verbände vorgesehen. Weitere Kooperationen sind vorgesehen:

 

* Aero 2005 in Friedrichshafen

* Beratung und Zuarbeit für das „Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug“

* Gemeinsame Sportveranstaltungen

* Sportförderung und Abgabenordnung § 52 (Modellflug ist gemeinnützig, aber nicht als „Sport“)

* Neues Einstiegsjugendmodell Freiflug

Die Zusammenarbeit mit dem Präsidenten, dem DAeC-Vorstand, dem DAeC-Generalsekretär Daniel Dornheim sei harmonisch und problemlos verlaufen. Die Modellflieger müssten sich inzwischen nicht mehr als Stiefkind innerhalb des DAeCs fühlen müssen, sondern vielmehr mit Selbstbewusstsein als gleichberechtigte Luftsportart in einem starken Verband. Für 2004 gelte es ganz besonders, die 2003 begonnene Nachwuchs- und Jugendarbeit verstärkt fortsetzen

Freiflug

Gerhard Wöbbeking berichtete von 500 Freifliegern in Deutschland, davon 40% Jugendliche – 3% Abnahme pro Jahr. Es gebe immer weniger Gelände, der Wettbewerbsbetrieb konnte allerdings aufrecht erhalten werden. Fast alle Freiflieger nehmen auch an Wettbewerben teil. So hätten die internationalen Erfolge unter dem Rückgang bisher nicht gelitten. Der Saalflug sei in Deutschland durch die Cargolifter-Halle stark gefördert worden, ab April 2004 wird in dieser Halle Saalflug nicht mehr möglich sein. Prob-leme gebe es in der Nachwuchsarbeit, u.a. weil der derzeitige kleine Uhu wenig attraktiv sei. Die Zusammenarbeit mit DMFV biete hier eine gute Perspektive. Zur Freiflug-Jugendmeisterschaft werden 2004 in den nationalen Klassen DMFV-Mitglieder eingeladen. Die sei eine Chance, neue Freiflieger zu gewinnen.

Fernlenkflug

Adolf Middeldorff wies auf die Besonderheiten hin, außer dem „normalen“ Programm sei für 2004 vorgesehen:

* Offene Deutsche Meisterschaft für Jetmodelle zusammen mit dem DMFV

* Offene Deutsche Meisterschaft im Indoor-Kunstflug zusammen mit dem DMFV

* Deutschlandpokal für Antikmodelle

* Europameisterschaft für Hubschrauber (F3C) in Bitburg/Eifel.

Adolf Middeldorff empfahl den Vereinen, Sporthallen zu nutzen für Indoorfliegen. Diese Sparte sei im Kommen, vor allem bei der Jugend, da es noch relativ preisgünstig sei. In den meisten Gemein-de können die Sportvereine, also auch Modellflieger, die Sporthallen kosten-günstig nutzen. Teilweise hätten auch Segelflieger daran Spaß gefunden, um die Winterpause zu überbrücken.

Aktivensprecher

Bernhard Schwendemann erläuterte, bei Doping habe die FAI inzwischen die Regeln der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) anerkannt. Auf internationalen Wettbewerben müsse in Zukunft mit Do-ping-Kontrollen gerechnet werden. Die MFK werde sich um die Details kümmern. National sei mit Kontrollen nicht zu rechnen, solange es vom Innenministerium keine Zuschüsse gebe. Die Rabatte für den Autokauf für A- und B-Kader-Piloten über den DSB gebe es weiterhin. Nur drei Landesverbände hätte Sportler für den C/D-Kader gemeldet, das müsse 2004 besser werden. In der neuen Saison stehen Aktivensprecherwahlen an. Um die Beteiligung zu erhöhen, sollen die Abstimmungen auf Wettbewerben durchge-führt werden.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Über Presse und im Modellflug-Forum unter www.daec.de hat Helmut Steinigeweg über den Modellflugsport informiert. Ab 2004 werden alle Ausschreibungen und Ergebnislisten auf der Web-Seite des DAeCs zur Verfügung gestellt, ein Ver-sand von Papier erfolgt nicht mehr. Im Newsletter Modellflug werde informiert werden, wenn neue Dokumente eingestellt worden sind. Der Newsletter kann unter www.daec.de/kontakte/news.htm kostenlos abonniert werden. Alle Funktionäre und auch möglichst viele Sportler sollten es bestellen. Die Web-Seite www.daec-modellflugsport.de sei noch nicht so, wie es sein sollte – Mitarbeiter sind gesucht.

CIAM-Vertreter

An den Tagungen der Unterausschüsse der CIAM nehmen jetzt auch die deutschen Vertreter teil, berichtete Gerhard Wöbbeking. Dadurch konnte die Interes-sensvertretung verbessert werden. Die CIAM interessiere sich sehr für deut-sches Know-how. Konkret stehe derzeit Indoor-Kunstflug hoch im Kurs, vor allem wegen des erhofften Publikumsinteresses bei World-Air Games.

Finanzen

Klaus Böckmann berichtete von rund 5000 € Überschuss im Haushalt 2002. Der Etat im laufenden Jahr sei exakt im Plan, für 2004 betrage das Haushaltsvolumen rund 190 000 €. Ab 2004 werde der Geschäfts-führer Michael Thoma mit 75% statt mit nur 50% angestellt für den Modellflug. Dass die Geschäftstelle bisher funktio-niert habe, sei neben der Verlagerung auf Ehrenamtliche vor allem den vielen Überstunden von Michael Thoma zu verdan-ken. Zur 100% Übernahme des Geschäfts-führers ab 2005 wird der Spartenbeitrag pro Jahr um 2,30 € für Erwachsene erhöht werden, für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren entsprechend um 1,15 €. Allein die eingesparte Frequenzzuteilungsgebühr von 60 € durch die Arbeit des DAeCs decke über viele Jahre diese Erhöhung ab. Es bestehe in den Landesverbänden die Möglichkeit, diese Erhöhnung im LV zu tragen und nicht an die Mitglieder weiter zu geben, so mache es zum Bei-spiel Rheinland-Pfalz. Die Tagung stimm-te mit großer Mehrheit der Erhöhung zu.

Mitgliederzahlen

Klaus Böckmann hat sich die Mitgliederzahlen genauer angeschaut, vor allem die Verteilung der Modellflieger auf die Landesverbände. Durchschnittlich seien rund 20% der DAeC-Mitglieder Modellflieger, mit Abstand am Ende rangiere Baden-Württemberg mit ganzen 6%. Der Anteil der Jugendlichen an den Modellfliegern eines LV beträgt im Schnitt 13%. Das in vielen Landesverbänden heiße Thema Einzelmitgliedschaft solle offensiver angegangen werden - auf Veranstaltungen wie Messen etc. könne man so Interes-sierten leicht ein Aufnahmeangebot machen. Der DMFV habe heute immer noch 30% Einzelmitglieder – hier sei also wirklich ein Bedürfnis vorhanden. Bayern habe ab 2004 die Einzelmitgliedschaft im Modellflug eingeführt zum Jahresbei-trag von 60 € einschließlich Versiche-rung über 1,5 Mill. Euro und der Zeitschrift Luftsport.

Jugendarbeit

Klaus Böckmann wies auf das Sorgenkind Nachwuchs hin. Gespräche mit der Luft-sportjugend (LSJ) seien bisher erfolglos geblieben. Das Geld der Modellflug-Sponsoren fließe in der LSJ nicht voll-ständig in Modellflug-Maßnahmen. Es werde jetzt innerhalb der LSJ ein Mo-dellflug-Arbeitskreis eingerichtet, da die Landesvertreter in der LSJ fast immer Segelflieger seien und so das Modellflugwissen fehle. Wichtig ist die Teilnahme der Modellflug-Jugendvertreter der Landesverbände, sie müssten dann die Ergebnisse in die Breite tragen. Martin Weberschock, im RC-Segelflug für die Jugend zuständig, wies darauf hin, dass in der LSJ in den letzten Jahren nichts geschehen sei, weil die Modellflieger dort nicht aktiv waren. Es gelte Leute zu suchen, wenn diese gefunden sind, dann lassen sich auch Modelle finden. Erfolgreiche Sportler hätten auch eine Verantwortung gegenüber ihrem Sport, ihnen sei es wesentlich einfacher Schüler zu aktivieren oder mit Schulen in Kontakt zu kommen.

Jugend- und Juniorenmeisterschaften

In den beiden letzten Jahren waren die Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Modell-Segelflug recht erfolgreich. Bei den Jugendlichen ist die Modelldefiniti-on eingeschränkt im Gegensatz zu den Junioren. Bei der CIAM wurde beantragt, die Altersgrenze für Junioren von 18 auf 23 Jahre für den RC-Flug hochzusetzen und Junioren-EM/WM zu veranstalten. Diese Änderung sei in den technischen Klassen notwendig, sonst gebe es dort keinen Nachwuchs.

Deutscher Sportbund

Seit 2003 hat sich die Bewertung beim DSB geändert, die Förderung auf Landesebene ist nur noch abhängig von den Erfolgen der Jugendarbeit. Die Ergebnisse (Platz 1 bis 10) von internationalen Meisterschaften und der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften werden nach einem Punktesystem bewertet. Bei der Auswertung aller WMs in den vergan-genen zwei Jahren hat sich ergeben, dass die deutschen Junioren weltweit auf Platz 1 stehen, alle von der FAI ausgeschriebenen 20 Klassen ging hier ein.

Stellvertretender Vorsitzender

Helmut Steinigeweg, gleichzeitig Fachreferent für Öffentlichkeitsarbeit, wurde einstimmig als Nachfolger von Kurt Niemeyer zum stellvertretenden Vorsitzenden der Sportfachgruppe Modellflug gewählt. Kurt Niemeyer hatte sei Amt zur Verfügung gestellt.

Anträge

Drei Anträge zu Formalien wurden angenommen. Interessanter war die Neufassung der Verhaltensregeln für die Mitglieder der Nationalmannschaften. Diese wurden gründlich modernisiert und in die Form eines „Verhaltenskodex“ gebracht, der die Rechte und Pflichten von Teammanagern und Mannschaftsmitgliedern regelt. Der neue „Kodex“ wurde einstimmig angenommen.

Richtlinien für den Aufstieg von Flugmodellen

Schon vor den eigentlichen Kooperationsgesprächen hatte es mehrere Gespräche gegeben zwischen DAeC und DMFV über einen gemeinsamen Vorschlag der Verbände ans BMV. Klaus Böckmann stellte die Papiere vor, die an das Ministerium eingereicht wurden. In den „Richtlinien“ sind im wesentlichen die bestehenden Gesetze zusammenfasst. Erfolgt die Beauftragung der Verbände durch das BMV, werden die Gelände von den Verbänden genehmigt. Im DAeC würde dies die Aufgabe vom Luftsportgeräte-Büro. Auf die Gutachter in den Ländern kämen größere Aufgaben zu. Der DMFV wollte unbedingt die Beauftragung und das Ministerium hat auch Interesse daran. Das Modell-flug-Betriebshandbuch ist deutlich umfangreicher. Es soll grundsätzlich Bestandteil jeder Aufstiegserlaubnis werden. Damit sollen die unter-schiedlichen Auslegungen und Auflagen vereinheitlicht werden. Zum Thema Umwelt hatte es große Differenzen zwischen DAeC und DMFV gegeben, der DAeC wollte auf die Umweltprobleme durchaus eingehen.

Segelflugmuseum Wasserkuppe mit Modellbaumuseum

Theo Rac präsentierte die Erweiterung des Segelflugmuseums auf der Wasserkuppe um den Bereich Modellflug. Die Aufgabe des Museums sei die Tradition aufrecht zu erhalten und gleichzeitig der Jugend eine sinnvolle Freizeitmöglichkeit aufzuzeigen – für Segelflug und für Modellflug. Jetzt sei Man-Power gefragt um Modelle und Pläne aufzuarbeiten und einzuordnen. Fernsteuerexperten seinen gesucht, ebenso Modelle aus der DDR und alte, kurze Filme. Siehe auch www.segelflugmuseum.de