Thermiksense

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WM Blog 2017
Freiflug-Weltmeisterschaften F1A, F1B und F1C in Szentes, Ungarn
vom 6.-13.8.2017



Der WM Blog 2017 ist der schnelle Draht der Thermiksense zum Geschehen in Ungarn. Infos, Bilder, Erlebnisse und Ergebnisse aus erster Hand.


F1A 2. Runde

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Auch hier ein Dämpfer.

Wie schwer es ist, die richtige Luft zu finden, sehen wir bei Thomas, der zwar voll fliegt, aber nur um ein paar Sekunden.

Franky sitzt dagegen satter im Bart und fliegt problemlos voll.


Wieder mehr Wind bei Steffen, und er schleppt länger. Das macht er eigentlich sonst nicht, und gerade als Dirk mir das sagt, klinkt Steffen aus. Guter Start, meiner Meinung nach, doch verliert das Modell von Anfang an und stetig Höhe, macht gefühlt keine Versuche sich wirklich in der Thermik zu halten, und es reicht nicht für die 3 Minuten.


An der Startstelle neben uns die Kasachen quatschen ohne Ende, und bei dem Rückschlag, einen weiteren Flug daneben zu haben will man ja alles, bloss nicht andere freudig schnattern hören, erst recht wenn man nur Bahnhof und Kofferklauen versteht.

Aber ansonsten eine eher ruhige Stimmung im Feld, wie ich sie oft empfinde an den A Tagen. Da die Modelle nicht direkt an der Startstelle starten, verzieht sich ein Teil der Spannung von dort ins Schleppfeld.


Derweil steigt die Rückholgruppe teils auf WhatsApp um, da zwar alle mich an der Funke im Feld hören, aber ich nichts von dort zurück.

Die Flieger gehen aber schon bei knappen 3 Minuten über den Kanal, und das macht das Leben der Rückholer nicht leichter.


Die Sonne ist noch nicht zu kräftig oder wird geschwächt durch den Wind. Der frischt allerdings mehr und mehr auf.

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F1A 1. Runde

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F1A  1. Runde

Obwohl viel Wind angesagt ist es völlig ruhig, als Thomas Weimer anfängt zu schleppen. Dir neben mir bemerkt noch, man hätte vielleicht ein größeres Modell wählen können, aber Thomas sucht lang und sorgfältig, eine Thermik, die ihn recht gut trägt - aber auch nur bis er in drei, vier Metern Höhe bremst.

Franky Adametz dagegen sehr schnellentschieden, so schnell, dass ich gerade gar nicht mit den Rückholern zurecht komme, weil die eine andere Frequenz für ihn bekommen hatten als ich und die Kommunikation über die Funke gleich Null war.

Über Telefon klären wir das, und just in der Sekunde ist Franky von der Leine raus, und alle wissen so rechtzeitig Bescheid, der Flug ein sicherer Voller, vier Minuten sind gefordert.

Leider vier, den Steffen schafft die drei, aber dann war es vorbei. Er schleppte recht lange, holte das Modell für meine unzureichenden A Kenntnisse immer wieder weit zum Boden runter, Schleppkurve zu groß, sagt Dirk neben mir. Ausserdem kommt immer mehr Wind auf, und die Einstellungen von den Probeflügen zwischen 6 und 7 sind allmählich hinfällig.

So liegt Steffen schon im ersten Durchgang zu früh unten, und mit einem Schlag ist die Luft erstmal raus aus dem Team.

 

F1A - der Tag

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Der letzte Wettbewerbstag: F1A

Guten Morgen aus Szentes . . . ein letzter Morgen aus dem Gelände, denn auch wenn die Wettervorhersage für heute nichts Gutes prognostiziert - bis zu 38 Grad und viel Wind. Zwar keine Sturmwarnung mehr, aber eben doch viel Wind - ist damit zu rechnen, dass der Wettbewerb heute durchgezogen wird.

Von der verpassten Medaillenchance habe sich die B Leute noch nicht sehr erholt, zumindest Micha und Andreas nicht, denn sie lag zu sehr zum Greifen nah. Dass es alles andere als leicht gewesen wäre, mit den Israelis, den Litauern und den Serben um Platz 1 bis 3 zu kämpfen, ist klar, drei absolut solide, starke Teams. Aber es wäre eben genau dieser Kampf gewesen, den sie sich so wünschten - und sicherlich wäre dann auch in den entscheidenden Stechen die Einstellung bei Bernd und Michael eine andere gewesen.

Aber hätte, hätte, hätte . . .

Heute am A Tag werden sich die drei beim Rückholen austoben müssen - und das Gelände ist SO schwierig! Nicht im Nahbereich der Startstellen, da sind Grasebenen (und Sonnenblumen und Mais), aber eben auf weitere Strecken, die wir mit Wind ja zu erwarten haben. Als Michaels Modell gestern im Baum hing, kam er mit schreckgeweiteten Augen von der Bergung zurück und Berichten von tückischem Dornenbüschen und vielen einzelnen Bäumen und Reihen und ganzen Wäldern, die ihn heute nicht sehr optimistisch in den Tag gucken lassen. Jede Menge Respekt deswegen noch einmal an dieser Stelle für die Rückholer der letzten Tage!!

Die sind übrigens selbst beim Verlassen des Geländes bisher nie auf ihre Handfesseln untersucht worden, die bunten Bändchen an unseren Handgelenken. Auch bei der Einfahrt morgens ist da nur ein einzelner, winkender Mann am Eingang zum Gelände, sein Auto beklebt mit EU Emblemen, der den gefühlten fünfhundert einfahrenden Autos einen Guten Morgen wünscht - aber von Kontrolle keine Spur.

So bleibt der Verdacht, dass die ganze Diskussion im Vorfeld über den Zugang zur WM doch nur gehalten wurde, um die Einnahmen sicherzustellen. Richtige Zuschauer sind kaum dabei, vielleicht Freunde oder Familien der Zeitnehmer (die haben übrigens weisse Bändchen), aber die haben keine Kennzeichnung am Handgelenk . . .

So. Der Tag beginnt.

Bis später

 

F1B 2. Stechen

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Stepan Stefanchuk
Stepan Stefanchuk ist der neue Weltmeister in F1B mit 401 sec im 2. Stechen.
Zweiter wurde Gilad Mark aus Israel mit 385 sec vor Rolandus Mackus aus Lithauen mit 384 sec.
33. Bernd Silz
37. Michael Seifert
49. Andreas Gey

27. Christian Andrist
36. Dieter Siebenmann
99. Walter Eggimann

66. Dietmar Piper
72. Walter Ehrlich
81. Manfred Grüneis

Das komplette Endergebnis in F1B

Und dadurch ist die Teamwertung auch entschieden:
1. Serbien
2. Israel
3. Lithauen
4. Deutschland
22. Österreich
23. Schweiz

Die Ergebnisse oben wurden an die korrigierten, offiziellen Listen nun angepaßt (12.8.17)

 

F1B wer kommt weiter?

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F1B wer kommt weiter?

Micha sagt, ich soll irgendwas schreiben, das uns den Arsch rettet, excuse my french, denn sonst könne sich dies Team nichtmals mehr zur Deutschen Meisterschaft wagen. Vielleicht können wir sagen, er sei bei 2:47 ausser sehr hoch Sicht geflogen?

Puh, da werden die A Leute morgen ganz schön was reißen müssen. Bernd und Michael werden so so etwa 40 und 41ster.

Fünfzehn Leute sind im zweiten Stechen, wenn ich recht gezählt habe, und Micha murmelt, wir seien ja nur Opfer.

Oleg ist anscheinend nicht voll geflogen, denn bei den Startern fürs 2. Stechen wird er nicht genannt. Aber dafür 15 andere, namentlich, und erst eine Viertelstunde später stellt die Wettbewerbsleitung fest: das sind drei Leute zu viel!

Es waren nämlich die besten Nichtmaximalflugzeiten aus der 2. Gruppe nachgezogen worden, bis es 15 Leite waren, aber das sind anscheinend drei zu viel. Mit ein paar Entschuldigungen wird es fast vom Tisch gewischt, dass man sich vertan hat, doch die Serben neben uns, Vater und Sohn, beschweren sich, weil der Sohn wohl bei denen war, die hinten rüber fielen.

Der kleine Wettbewerbsleiter, mit dem ich schon bei der Stefan Reinwald Frage diskutiert hatte und selbst im WeltCup, als er mir Michas Startstelle nicht nennen wollte, wird gerade recht energisch, bis der Serbe jetzt versucht, es mit der Jury direkt zu besprechen.

Das zweite Stechen wird verlegt, weil die Windrichtung direkt in die Sonne ist.

 

F1B 1. Stechen - das wars

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F1B 1. Stechen - das war's

Das Stechen ist aus deutschsprachiger Sicht recht leicht zusammenzufassen:

Oleg Kulakowski geht zuerst.

Bernd wartet noch einen Bart ab und startet dann allein.

Micha sagt, meinem Freund Bernd kann ich vertrauen, der hat's drauf und die Thermikmaschine, und er schmeisst auch.

Und Christian Andrist aus der Schweiz zwischen ihnen denkt sich, da geh ich doch glatt mit.

Bernd 183 Sekunden, Micha 167 und Christian schlägt die beiden noch mit etwas über 210, glaube ich . . . doch leider waren 360 gefordert.

Aus, vorbei. Micha sagt, das ist so schlecht, dass er schon fast drüber lachen muss!


Ein kleiner Trost sollte aber der Platz 4 in der Mannschaftswertung sein (d.Red.)

 

F1B 1. Stechen

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F1B 1.Stechen

Wieder zwei Gruppen im ersten Stechen, Micha und Bernd sind in der zweiten um 17:30 Uhr. Gestern war da bessere Luft, so bleibt zu hoffen.

Michas Flieger ist wieder da. Unter Einsatz ihres Lebens oder zumindest ihrer Haut holten CPW und Micha es mit Bernds Stange aus dem dornigen Baum, wohl eine Akazie, munkelt man, und jetzt wird der Kahn noch mit relativer Hektik im Schatten repariert, ein Stahldrat fiel auch noch vom Tisch.

Die Startstellen sollen bleiben, wo sie sind, Micha auf Startstelle 24 ganz am unteren Ende der Reihe, die genau entlang des Windes aufgebaut ist. Man fragt sich, ob das so bleiben kann, aber es scheint zu erwarten zu sein. Ich habe gerade nachgefragt.

So würde das ganze Stechfeld über Micha hinweg kommen . . . das kann man sich durchaus auf der Zunge zergehen lassen.

Aber vielleicht dreht der Wind bis dahin auch noch ein paar Mal.


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Wer kommt ins F1B Stechen

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Wer kommt ins F1B-Stechen?

Auf der Veranstalterseite gibt es jetzt den Stand nach den 5 Durchgängen des Wettbewerbs: http://www.faif1abc.com/2-3/

Es sind zwar 42 von insgesamt 111 F1B-Startern, aber nur drei Länder konnten das komplette Team durchbringen: Litauen, Israel, Serbien.
Und dahinter auf Platz 4 folgt die deutsche Mannschaft!
Hier die Teamliste: http://www.faif1abc.com/wp-content/uploads/Team-Results-F1B.pdf

Aus Deutschland sind dabei Bernd Silz und Michael Seifert.
Aus der Schweiz Dieter Siebenmann und Christian Andrist.
Aus dem österreichischen Zwei-Mann-Team schaffte es keiner in das Stechen.
 

F1B 5. Runde

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F1B 5. Runde

Bernds Gummi reisst im Rumpf. Wir wechseln auf Micha.

. . . Uffa, der Durchgang ist schon vorbei und war dann so schnell, dass alles weggedonnert zu sein scheint aus meinem Kopf!

Micha sprang also ein für Bernd und flog nach sicherem Start in einem Megabart so hoch, dass man ihm schon bei drei Minuten riet für 4 zu bremsen. Er tat es erst bei 3:40 und sank bei 5 Minuten plus noch immer, war ganz schlecht zu sehen.

Dich noch während ich ihn im Glas verfolgte, stand Bernd schon an der Startstelle und schmiss dann auch schon!! Ich konnte gerade noch Michas Modell an die Rückholer übergeben, da steig Bernd schon in ungeahnte Höhen, genau so hoch wie Micha vorher, wenn nicht höher! Und landete nach weit über vier Minuten fast an gleicher Stelle - aber nur fast, weil Mick noch ein paar Meter weiter war und wahrscheinlich im Baum.  Laut Peter sucht noch immer.

Andreas dann auch mit gutem letzten Start und guter Höhe, flog zwar ein, zwei Linksschwenks, nahm aber ingesamt die Thermik diesmal voll mit. Das er gerade -21 Sekunden flog im 4.,  ist jetzt um so ärgerlicher!

Aber nicht nur wir ärgern uns, viele Helden sind in dieser 5. Runde rausgefallen, Bond, Terry Bond, und auch die Amerikaner scheinen nicht glücklich zu sein.

Wir aber eben ein bisschen schon, auch wenn wir Andreas sehr vermissen: wir haben zwei Mann im Stechen, Bernd und Micha, auch wenn dessen Modell noch immer nicht gesichtet geschweige denn geborgen ist.

Und natürlich haben wir uns total gefreut für die Schweizer, dass da am Ende des 4. noch alles gut gegangen scheint für sie! So nett haben wir in diesen Tagen immer wieder mit ihnen zusammen gehockt!

So. Einpacken jetzt und hoffen, dass sie Michas Modell finden. Vielleicht was essen zwischendurch.

Michaels Modell liegt 8 Meter hoch im Baum. Wir fahren mit einer Stange runter um es zu bergen.


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F1B 4. Runde

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F1B 4. Runde

Vierte Runde und der Wind stirbt, fällt einfach weg. Wir braten an den Startstellen.

Bernds Gummi fatzt im Flieger an der Startstelle, während wir warten und Bernd NICHT nachdreht! Tatsächlich klopft er Micha schon den ganzen Tag auf die Finger, dass der zu viel nachdreht, und jetzt erwischt es ihn!

Micha zieht vor, zieht auf, schnell, ohne Fatzer, aber mit Sonnenschirm über dem Gummi und beim Warten an der Startstelle dann mit nassen Lappen um die Flieger zur Kühlung. Startet wieder zuerst - noch immer stehen Adam aus Polen und auch Bulatov da vom Warten vorher mit Bernd, der Chinese knapp neben uns fatzt auch.  Michas Flug dann hoch und sicher, Bernd zieht nach, hat gigantische Höhe und landed am Kanal, hoffentlich nicht wieder drin.

Andreas dann mit neuem Modell, das nach viel zu lange Warten und schlechtem Moment auch ein schlechtes Flugbild hat. Es flog seitlich, pumpte, wollte nicht, lag bei 2:39 trotz Wedeln unten. So eine Seuche!

Motivation fällt gerade schwer. Das Team war so gut!

Aber sie hatten zu lange gewartet. Erst zu lange und dann zu wenig, denn der Start war dann letztendlich zu früh! Der Wind war noch nicht da! Obwohl Dieter Siebenmann gerade gestartet war, reichte es für uns nicht.

In den letzten Sekunden vor Abpfiff werfen Walter Egimann und ein Slowene (?) noch und scheinen den Bart zu erwischen, auf den wir so lange warteten. Hut ab, Schweiz,  es sei Euch gegönnt, aber so ganz hinsehen konnten wir dann nicht mehr.


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F1B 3. Runde

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F1B 3. Runde

Alles voll im deutschen Team!

Bernd wartet nicht zu lange und reisst erneut den Bart an - und das Modell nimmt ihn voll mit! So kennen wir ihn! Bernd jubelt über den Platz, während selbst angeblich Kulakowski unter ihm bleibt. Den hatten wir ja schon heute, Oleg Kulakowski, neben Alex Andriukov in B sicherlich das Mass aller Dinge.

Rechts und links fatzen jetzt in der Hitze die Gummis, und als Micha zur Startstelle kommt, reisst seiner im Rumpf. Wieder Wechsel zu Andreas. Auch der hat ein neues Modell. Reisst den Start an, hat riesige Höhe, nicht viel Distanz, allerdings nickt das Modell bei der Landung mit dem Vorderteil in den Kanal und wird dadurch wirklich fast zum Kahn. Claus Peter barg es und Andreas untersucht jetzt die Elektronik.

Dann Micha wieder. Und wieder explodieren die Gummis um seine Ohren, fünfe insgesamt in diesem Durchgang, und das gesamte Feld bekommt eine intensive Schulung in schmutzigsten deutschen Schimpfwörtern, bis dann endlich Strang Nummer 6 hält.

Der Flug selbst dann ungefährdet, Landung fast exakt, wie Andreas vorher, nur nicht im Wasser.


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