Thermiksense

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Start WM Blog 2017 F1ABC Ungarn
WM Blog 2017
Freiflug-Weltmeisterschaften F1A, F1B und F1C in Szentes, Ungarn
vom 6.-13.8.2017



Der WM Blog 2017 ist der schnelle Draht der Thermiksense zum Geschehen in Ungarn. Infos, Bilder, Erlebnisse und Ergebnisse aus erster Hand.


F1C 3. Runde

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Micha Sondhauß flog den ersten voll. Sie warten allerdings lange, die Thermiksucher, ihn hoch zu schicken, fast zu lange. Aber wenn sie ihn dann schicken, funktioniert und startet Micha So dhauß sofort. Dritter also voll.

Zum 2DG:
Die Sportleiterin hatte zu früh den DG beendet.
Ich lief mich zu beschweren, Stefan sollte in der Zeit trotzdem starten.
Allerdings verweigerte dies der Zeitnehmer.
Es folgten hitzige Diskussionen, wer den Fehler machte, aber das war mir ja vollkommen egal. Ich wollte nur die Startmöglichkeit einigte mich schliesslich mit der Wettbewerbsleitung, dass wir genau die 5 Minuten der nächsten Pause Arbeitszeit für einen Start bekommen.
Ob die Jury das akzeptiert, können sie dann immer noch klären. Aber so bekommen wir die 5 Minuten zurück, die uns fehlten.

CPW bricht ab.
Stefan zieht vor
 

F1C Tag Teil 3

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Wir ziehen nach dem zweiten Durchgang um, weil die Startlinie entlang der Windrichtung ist - die seit 2 Tagen auch genau so angesagt ist mit Südost.

Micha Sondhauss prüft bei einem Probestart ein anderes Modell, da mehr Wind aufgekommen ist, bleibt aber dann doch beim alten.

Modelle im ersten, bis über den Kanal, der zwei Übergänge hat. Zum Ende hin sollen sie über eine Baumreihe geflogen sein. Das wäre übel, ist aber wegen des auffrischenden Windes zu erwarten, selbst wenn hetzt nur die normalen drei Minuten zu fliegen sind.

Geht los. Mehr Wind jetzt, ur ganz kurze Thermik, feintuning mit der Thermikmaschine.
Die B Männer schicken Micha Sondhauß vielleicht einen Tick zu spät und der Flieger verliert in den ersten eineinhalb Minuten viel Höhe, hält sich danach aber souverän bis zu den 3 Minuten und landet 3m vor dem Kanal.

Wir starten auf 30 von 31 Startstellen, quasi als erste vor dem Wind. Das macht's nicht einfacher. Viel Wind. Dann nach langem Warten, 10 oder 15 Min endlich ein vielversprechender Moment, der auch hält, was er verspricht. Max. Das Modell zwar sicher, aber doch kreiste es etwas eng.
Franky als Rückholer hat die Funkbremse mit im Gelände und bremst den Kahn sehr spät, so dass er seine Runde fliegt und nicht hinter dem Kanal landet.

Das Rückholen zu organisieren ist nicht leicht. Thomas Weimer kann wie seit Jahren nicht antworten und Stefans Modell wird mit GPS statt Funk gesucht . . . Aber wir kriegen's prima hin.

7 Meter Wind in Spitzen

Stefan schmeisst den Motor an. Als er schon in Abwurfposition steht, geht der Motor aus und eine Fläche öffnet beim Folder. Startabbruch, aber wir haben noch knappe 20 Minuten.

Stefan hat einen Nuller, aber den dürfen wir vorerst in der nächsten Pause nachholen. Man hatte die Runde zu früh abgedrückt.

Später mehr. Viel Diskussionen, aber Ian Keynes hatte zum Glück die gleiche Startzeit notiert wie ich.

Bild F1C Teil 3
 

F1C Tag Teil 2

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Stefan Reinwald wurde gesichtet, Helfer sollen ihm helfen, seine Sachen zur Startstelle zu tragen.
O-Ton Volker: "Jetzt gib mir deinen ganzen Scheißdreck, und dann trag ich den darüber!"

Der Durchgang läuft. Micha Sondhaus wartet mit Micha Seifert und Bernd an der Thermikmaschine länger als der Rest des Feldes, lässt ein zwei kleinere Bärte durch, um dann aber den richtigen anzupacken. Souverän fliegt er vier Minuten.

Ein Russe steckt in spektakulärem Steigflug, aber dann eben auch mit laufendem Motor und noch eingeklappten Flächen den Kahn senkrecht in die Erde, zum Glück ein paar hundert Meter entfernt, braucht aber wohl nen Spaten, um den wieder raus zu holen.

Claus Peter wartet auch länger, bis die B Leute an der Thermikmaschine grünes Licht geben. Sicherer Start dann, doch kreist das Modell sehr eng. Erst als Bernd ruf, nun mach doch mal aus! öffnet es den Kreis und gleitet sicher in die vier Minuten.
Während ich Claus Peters Modell im Glas habe ein weiterer supergefährlicher Fehlstart, der diesmal senkrecht in die Startstelle knallt.

Stefan will nicht lange warten, wird aber von den B Männern streng am Zügel behalten, bis der richtige Bart kommt und fliegt sicher zum Max.

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F1C Tag Vorbereitung

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6:08 Uhr und wir bereiten uns auf den Wettkampf vor.
Ganz leichter Bodennebel oder eher einfach aufsteigende Feuchtigkeit, Sonne schon raus und sie verspricht kräftig zu werden, leichter Wind von Ost.

Startstelle 23
Startreihenfolge Micha Sondhauß, Claus Peter, Stefan Reinwald
Erster Durchgang 7 Uhr
240 Sekunden Flugzeit.

Gestern Abend im letzten Trainingsflug zerschlug es noch Bernds Delphin. Der Prop lief an vor dem Abwurf und Bernd warf prompt doch noch ab, statt ihn in der Hand ablaufen zu lassen, und dann schlug's den Kahn kopfvoran in die Erde, beide Ohren ab.

Aber ansonsten gute Stimmung, gute Motivation. Nur Stefan Reinwald war heute morgen noch nicht zu sehen. Er schläft bei den Österreichern, Aringer und Co, und wir hoffen, dass er bald hier einschlägt.

Bilder vom Training gestern und Sonnenaufgang heute morgen.

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Szentes Dienstag

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Neues aus Ungarn!
Obwohl es so viel Neues heute gar nicht gibt. Der Weg ins Gelände ist zum Beispiel erwartungsgemäß noch nicht befahrbar. Durch den Regen war er zur Schlammrutsche geworden. Gestern Abend bei der Mannschaftsführerbesprechung war angesagt, dass er ab 8 Uhr heute befahrbar sein sollte, jeder Versuch davor bleibe aber eigenes Risiko. Und genau das wollten Andreas, Bernd und Michael eingehen, wir Frauen mit, und auch Micha Sondhauß war schon um halb 7 mit uns am Eingang zum Gelände. Wir waren nicht die ersten, schon einige Amerikaner warteten mit ihren Autos am Eingang zum Gelände, Ungarn, Russen, Briten . . . und die Franzosen sollten angeblich schon feststecken. Die Lage wurde eingehend diskutiert, und doch war klar, dass über diesen Weg nicht hundert Autos rein konnten, nicht mal einer schaffte es, ein roter Kombi, den wir mit dem Fernglas weit ins Feld verfolgten, wie er rutschte und flutschte und teilweise die ganz heftigen Stellen durch Umwege in den gepflügten Acker umging, wo wir jede Sekunde damit rechneten, dass er sich in der weichen schwarzen Erde festfuhr.

Doch was einem gelang, würde mit jedem weiteren Fahrzeug schwieriger werden, für so eine Menge Autos unmöglich sein. Michael fand aber schließlich über Google Maps einen weiteren möglichen Eingang ins Gelände, durch das Dorf Fabiansebestyen und dann zwei Mal links, und unser Training war gerettet. Wir konnten dort allerdings nicht ganz das eigentliche Fluggelände erreichen, denn auch diese Dirt Road, wie die Amis sagen, war schlammig, doch wir fuhren so weit rein ins Gelände, wie es ging, parkten und packten aus, und die Amerikaner und die Briten machten es uns gleich nach.

Ja, und dort stehen wir jetzt und trainieren. Soweit läuft auch alles gut, selbst als Micha einen Start ohne Zeitschalter versucht. Auch Stefan Reinwald hat schon einen Start gemacht, und der ging gar nicht schlecht. Nur die A-Leute sind ein gutes Stück entfernt, da hier in unserer Ecke Schilf ist, nett anzusehen, aber auch immer ein Zeichen für Wasser. Knöcheltief ist es nämlich teilweise, darin dicke Graskissen, das Laufen wird zum Stolpern oder zum Hangeln von einem Grasbüschel zum nächsten.

Alan Jack aus Großbritannien kommt gerade zu mir und sagt mir, wie gern er diesen Blog liest. Danke, Alan. Und doch meinte Roger Morell gestern, dass Google hier und da Probleme mit der Übersetzung des Blogs habe. Das Ergebnis sei oft lustig, aber völlig unverständlich. So arbeite ich jetzt vielleicht an etwas einfacheren Sätzen.

Musste der Veranstalter nicht mit Regen rechnen? Es ist nicht die erste Freifluggeschichte von glatten Zufahrtswegen in die Puszta, das ganze keine Überraschung. Wie ist da sein Plan B, wenn wir morgen nicht über den offiziellen Weg ins Gelände können? Mit etwas Planung war mit so einer Situation durchaus zu rechnen, aber der ganze Tag gestern blieb ungenutzt, die Einfahrt ins Gelände zu sichern. Man hätte Kies schütten können, Holzspäne, vielleicht sogar Stroh, wenn’s nur genug ist, um das Rutschen irgendwie aufzufangen. Aber bisher ist noch keine Aktivität sichtbar.

Mike Woodhouse sagt gerade, man denke, genau diese Schotterstraße, auf der wir jetzt ins Gelände gefahren sind, als offizielle zu nehmen. Aber dann müssten sie die Essensstände, Toiletten und Organisatonsstände umbauen, denn die lassen sich von hier aus nicht erreichen, denn auch diese Straße ist verschlammt. Wir werden sehen. Sie haben ja immer noch einen ganzen halben Tag Zeit.

Ansonsten laut Dirk keine großen Neuigkeiten bei der Mannschaftsführerbesprechung bis auf vielleicht die etwas merkwürdige Forderung, dass sich Teilnehmer, die das offizielle Wettbewerbsgelände verlassen, auch offiziell abmelden müssen. Na, wenn das mal gut geht.

Die Anmeldung und Modellregistrierung gestern Nachmittag verlief erfreulich pünktlich und effizient. Neu ist hier allerdings, dass wir jetzt ein Registrierungsarmband tragen müssen, Tag und Nacht, Teilnehmer bau, Helfer gelb und Dirk und ich als Team Manager rot. Daran will der Veranstalter erkennen, ob alle Personen auf dem Flugfeld registriert sind, doch die Meinung über diese Methode gehen sehr auseinander: Micha hält es für unhygienisch und fühlt sich so gestört durch dieses Armband, dass er angeblich sogar schlecht geschlafen hat. Das letzte Mal, dass er sowas getragen habe, sei bei seiner Geburt gewesen, sagt er, und bläht die Nasenflügel.
Das Armband erinnert durchaus an eine Handfessel, denn es ist ein loses Seidenband, das mit einem Verschluss auf Größe gezogen wird und nicht wieder geöffnet werden kann, nur zerschnitten. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Es erinnert an Konzertbesuche in vergangenen Sommern und passt farblich durchaus zu unseren Teamshirts. Außerdem fand ich die Hundemarken früherer Wettbewerbe um den Hals immer lästig und heiß, schwitzig zu tragen. Da ist so ein Band um das Handgelenk viel besser.

Bei der Modellregistrierung fielen mir Andreas‘ Leitwerke auf. Glitzeraufkleber in schwarz-rot-gold hat er da drauf geklebt mit einem leuchtenden D drin für Deutschland. Falls die Modelle über die Grenze fliegen, haben sie dann gleich die richtige Länderkennung, bemerke ich, worauf Dirk noch einen nachlegt: solange nur D und nicht DDR drauf steht. Aber den Schönheitspreis wird Andreas damit sicherlich gewinnen!

Gerade ist hier beim Training eins dieser schönen Modelle von Andreas weggeflogen, die Funkbremse kam wohl nicht. Micha und Angelika sahen es aber durch ein Glas noch landen – genau an der alten Startstelle hatte es Höhe verloren und flog dort gegen eine Windfahne. Gitte und Angelika stecken Wasser und eine Funke in einen Beutel, auch etwas Geld, so dass sie uns vom Essenswagen etwas Gutes mitbringen könnten, und machen sich auf den Weg. Ich denke eine halbe Stunde werden sie für eine Strecke sicherlich brauchen, das Wetter warm, durchaus heiß, aber nicht so sehr wie am WeltCup Tag. Wind eher wenig.

Nach der Anmeldung und Modellabnahme gestern machten wir eine kurze Mannschaftsbesprechung und legten Startreihenfolge und Rückholer fest, unsere Besprechung nur unterbrochen von der entsetzlichen Hupe, die an der Leinenprobe hing, und immer wieder Gummifragen oder –diskussionen, denn Bernd hatte immer noch nicht aus Micha heraus bekommen, mit welchem Gummi der im Stechen geflogen war.
Gummi sowieso oder wie immer ein heißer Diskussionspunkt dieser Tage. Bob Piserchio aus der USA zum Beispiel erzählte vom Juni 2017, dem besten Gummi, den er jemals gemessen hat, und Bernd wurde gleich ganz unruhig, als Micha das übersetzte. Allerdings bestand dieser Gummi wohl die Feldprüfung nicht, erzählte Bob. Jeder einzelne Strang zerfetze schon bei etwas über 200 Umdrehungen, und die ganze Charge kann man wohl nur in die Tonne kloppen.
Micha schwört eher auf den Juni 2016, der angeblich auch der Siegergummi des Weltcups am Samstag gewesen sein soll, doch Bernd gibt mit dem Juni 2017 noch nicht auf, will es genau wissen. Er sei ja nie ein Mann der Messungen und Statistiken gewesen, sagte er, hat eher immer alles praktisch ausprobiert, und die Vorstellung, dass ein Megagummi bei jedem Strang reißt, hält ihn noch ganz gefesselt. Was Micha selbst beim Stechen geflogen ist, hat der allerdings noch immer nicht verraten, obwohl Bernd schon ein paarmal gefragt hat. Aber 113m war er hoch, sagte Michas Elektronik nach dem Flug, und da ist er recht zufrieden mit.

Das zweite Modell von Andreas hat dann hier beim Training auch nicht gebremst und ist weggeflogen. Micha meint aber, es im Glas runterkommen gesehen zu haben und geht mit Andi hinterher. So ist nur Bernd im Moment noch hier, der mit bloßem Oberkörper in der recht angenehmen Mittagssonne an seinen Modellen rumschraubt, ach, und Stefan Reinwald, dem ich versprochen habe, beim Probestart seinen Flieger wiederzuholen. Nach diesem Probestart ruft mich Andreas über WhatsApp als Videogespräch an und ich sehe ihn mit meinem Mann drüben am Bierzelt, obwohl sie eigentlich nur sagen wollten, sie hätten beide Flieger wieder.

Es ist jetzt schon Mittag durch und angesichts der Tatsache, dass wir kein Frühstück hatten und mein Mann gerade am Bierzelt halt gemacht hat (mit zugegebenermaßen einem alkoholfreien Bier, aber das dafür sehr gut, Gösser, ungarisch!) hoffe ich ein bisschen darauf, dass wir jetzt reinfahren, sobald die Männer wieder hier sind, sie wollen mir ein kaltes Gösser mitbringen, und dann vielleicht lieber heute Abend noch mal raus fahren. So wollen es auch die A-Leute machen, sagten sie gerade, als sie beim Rückholen hier bei uns vorbei kamen.

Habe ich schon erwähnt, dass hier mindestens 50.000 Fliegen pro Person auf dem Acker sind?
Kurzer Nachtrag: wir SIND dann mittags reingefahren und die zermatschte Einfahrt zum Gelände scheint schon wieder halbwegs angetrocknet und befahrbar. Und auch an unserem neu gefunden Weg sind jetzt kleine Beschilderungen mit Pfeilen. Angeblich führt er ganz bis zu den alten Essensbuden und den Startstellen hin. Es bleibt also zu hoffen für morgen.

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Gestern Unwetter, heute Bauprüfung

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Einen erfrischend guten Morgen aus Ungarn, für die einen mehr erfrischend als die anderen, je nachdem, wie das Unwetter sie traf. Doch die gute Nachricht: die Temperaturen sind um satte 20 Grad gefallen!

Aber wer facebook verfolgt hat, weiß es schon: es war wirklich ein Unwetter! Erste Nachrichten erreichten uns B-Flieger im ruhigen Hódmezővásárhely allerdings erst davon, als wir den Rest des Teams gestern Abend zur Eröffnungsfeier trafen. Die Australier trafen wir allerdings noch eher, bekanntlich im gleichen Hotel wie Franky, Thomas, Micha Sondhauß und Co, und sie kündigten schon an, dass sie unsere Leute filmend unter einem Vordach gesehen hätten, filmend genau wie sie selbst, die Australier, denn solch ein Unwetter hatte man selten gesehen: Hagelkörner so groß wie Kirschen, wenn nicht Pflaumen, selbst Pfirsiche munkelte man, windgepeitscht, auf den Autos eine dicke schichte abgerissener Blätter, die vielleicht vor den Einschlägen schützten, nur den Wagen der Israelis soll ein ganzer Baum getroffen haben.

So ganz konnten wir B Flieger uns das noch nicht ausmalen, war es doch in unserem Dorf den ganzen Nachmittag sehr ruhig und heiß geblieben, so ruhig und heiß, dass wir alle nach Gummimachen und Fliegerreparaturen, nach Schwimmbadbesuchen und Mittagessen noch gute zwei Stunden ruhten vor der Eröffnungsfeier.

Schon wieder dieses Wort, es schleicht sich immer wieder ein, Eröffnungsfeier, wie ein Schluckauf, bei dem der Hick kommt, und man hält inne und sagt, Moment, da war doch was!

Denn viel mehr war die diesjährige Eröffnungsfeier nicht.

Gut, wir waren nach Frankreich und der Mongolei auch recht verwöhnt, was Entertainment rund um den Freiflug angeht, hatten dort Sänger, Tänzer, Glitterwerk geboten bekommen, Ballons und Cheerleader, eine wunderbare Mischung aus Lokalkolorit und Glamour, und es war klar, dass diese letzten beiden Eröffnungsfeiern die Messlatte himmelhoch gehoben hatten. Aber der Schluckauf von gestern hatte sich erst gar keine Mühe gegeben, diese Messlatte zu erreichen. Zwar war schon angekündigt, dass aufgrund der Wetterbedingungen die Zeremonie kurz gehalten würde, damit wir alle nicht unnötig in der Sonne braten. Aber als schließlich alle Teilnehmer hinter ihren Länderschildchen standen und jede Nation namentlich begrüßt war, als die Hymne der FAI gespielt war (die FAI Fahne hatte jemand schon vorher gehisst. Da konnte also nichts mehr schiefgehen), als Ian Kaynes eine erfrischend kurze Rede gehalten hatte und ein ungarisches Lied gespielt war, bei dem keiner recht wusste, ist das Nationalhymne oder Trauermarsch, so andächtig war es, als dann die Sportleiterin in gutem Englisch uns nur noch einen schönen Abend gewünscht hatte und dies alles in weniger Zeit als es braucht, dies aufzuschreiben, da wollte so keiner recht weg von seinem Platz hinter dem Schildchen. Wir alle warteten. Alle Teams. Da musste doch noch irgendwas kommen. Irgendwas. Das konnte es eigentlich noch nicht gewesen sein.

War es aber, und schließlich löste sich die wartende Menge zögernd auf. Nach kurzem Fototermin holte Mannschaftsführer Dirk einen Armvoll Bier für alle, schließlich waren wir endlich mal alle zusammen, alle bis auf Stefan Reinwald, der am Fuß lädiert sich schnell zurückgezogen hatte. Wir diskutierten kurz die Kürze dieser Feierlichkeit und länger dann den Sturm und eventuelle Lackschäden an Wächtlers Auto. Doch als die netten Ungarn Barac Palinka heraus holten und großzügig aber eben auf nüchternen Magen unter das Volk brachten, brachen wir Deutschen ab und fuhren zurück in unser Dorf -  nicht ohne uns vorher für eine WhatsApp Konferenz heute Morgen mit den anderen deutschen zu verabreden. Franky und Steffen sollten durchgeben, wie das Wetter bei ihnen ist, sie wohnen näher am Fluggelände, und wir wollten es dann hier mit Geys und Silz‘ besprechen, ob und wann wir raus gehen. Doch heute Morgen um halb 7 regnete es immer noch, selbst in unserem Dorf (noch immer kann es keiner aussprechen, oder besser: wir sprechen es alle anders aus, alle mit einem energischen H am Anfang und dann lang, Hauptsache lang)!

Tatsächlich überraschte uns das Unwetter nämlich auch in Hódmezővásárhel, und zwar gestern Abend, gerade als wir uns zum Essen hingesetzt hatten in einem Freiluftrestaurant vor herrlicher gelb-weißer KuK-Kulisse, schaut mal gleich das Bild.

Im gleichen Restaurant schon die Amis und die Schweizer, die wir herzlich begrüßten. Mit ihnen zusammen zogen wir uns auch in sprichwörtlicher Windeseile in einen Nebenraum des Restaurants zurück, als es plötzlich wachteleier-große Regentropfen zu klatschen begann, und wir hatten eine herrliche gemischte Runde mit ihnen, saßen bis nach 11 mit den Schweizern zusammen, weil der Regen nicht aufhören wollte, und wir schließlich alle IN besagtem Regen zum Hotel liefen, Micha dabei strenge Abweisungen rufend, nicht in den Taubendreck zu treten, der angeblich nahe der Hauswände von den Fluten angespült wurde, und dort lief ich, weil es weniger Regen hatte. Er aber ließ sich statt dessen lieber mitten auf dem Gehweg komplett nass regnen und sein Baumwollhemd, das laut Peter Maurer genau wie Schweizer Gardinen rot und weiß kariert war und zum Running Gag wurde, ist heute Morgen immer noch klatsch nass.

Heute Morgen dann auch eine Flut von Bildern auf facebook von den ganzen Ausmaßen des Sturms gestern, und unsere Entscheidung, heute nicht ins Gelände zu fahren, erweist sich im Nachhinein als goldrichtig: die Autos mussten in der Geländeeinfahrt mit Treckern wieder aus dem Schlamm gezogen werden, der bei dem feinen Puszta- Sand mit so viel Regenwasser auch zu erwarten war.

Heute Nachmittag um 3 Uhr ist Bauprüfung, und danach wollen die Männer es vielleicht noch einmal mit Training probieren. Wind hat es noch immer, aber wie gesagt, 20 Grad weniger als gestern, was tut das gut!

Volker und ich sind übrigens beide deutlich auf dem Weg der Besserung. Jedesmal, wenn wir uns sehen, checken wir kurz ab, wie der jeweilige Zustand des anderen ist inklusive Medikamentenverbrauch und -nachschub und wo sich gerade der Hustenreiz befindet, ob noch im Hals oder schon in der Brust. Volker ist mir dabei allerdings immer einen kleinen Schritt voraus, weil er zusätzlich zur Erkältung auch noch einen tiefen Schnitt von der Leine am Finger hat, und mit so einer Verletzung kann ich nicht mithalten. Allerdings bringe ich dann ins Spiel, dass Micha einen dicken Moskito Stich noch aus Malta am Arm hat, dessen roter Vorhof gerade immer größer wird, heute morgen waren wir schon in der Apotheke. Da holte ich auch neue Tempos. Von denen komme ich immer noch nicht ganz los.

Und der Krankenwagen am Wettbewerbstag war übrigens für einen betagten Schweden, den Michael wortwörtlich aus dem Dreck aufgehoben hatte. Der Arme war gestolpert und in der Sonne völlig ausgelaugt nicht wieder auf die Beine gekommen, war dehydriert und in keiner guten Verfassung, als Mick ihn fand. Aber er konnte noch im Laufe des Wettbewerbs wieder aufgepäppelt werden und ist heute guter Dinge.

Anbei übrigens auch ein Bild der Siegerehrung, bei der wir unseren TM auf dem Treppchen beklatschen durften, Dirk war Zweiter geworden.

So. Silz kommen gerade an unseren Tisch. Vielleicht gehen wir jetzt zum Mittagessen.

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Bilder vom 6. und 7.8.2017

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Bilder vom 6.08. und 7.08.2017
Das Wetter hat richtig zugeschlagen - Bilder von Volker Bajorat
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Nachtrag zum WC-Stechen

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Nachtrag zum 2. Stechen Weltcup F1A:

Im 7 min Stechen waren nur Sergey Majarov und Jama Danier raus gefallen,  beide Modelle nahmen die Thermik nicht mit. Somit traten 6 Piloten zum 9 min Stechen an. Bange Blicke gingen in Richtung Mais und Sonnenblumenfeld,  würden alle Modelle aus dem 1. Stechen rechtzeitig zurück sein ?

Alle waren im gleichen Bart und hatten in 200 bis 300 m Höhe gebremst. Es gab Diskussionen und Unstimmigkeiten,  ob das Auto nun zum Rückholen benutzt werden darf oder nicht, Thomas und Steffen waren zu Fuß unterwegs und beide waren einige Minuten vor dem 2. Stechen noch nicht da.Andere fuhren sofort mit dem Auto los.  Zittern war angesagt,  plötzlich kam Thomas völlig kaputt zurück und lieferte Dirks Flapper ab,  er hatte die Holländer überredet,  ihn mit dem Auto zur Startstelle zurück zu bringen. Steffen war nicht in Sicht und Frank musste auf den Flapper verzichten.  Der Wind und die Thermik waren fast eingeschlafen,  Aviv, Eyal,  Per und Dirk donnerten ihre LDA Flapper in den Himmel, fast alle mit Top Starts,  Frank flog sein großes LDA und verschenkte beim Start einige Meter.  " Hab den Start verhauen,  das ärgert mich " so Frank nach dem Stechen.  Mit 299 sec und Platz 5 landete er im Sonnenblumenfeld,  ich durfte mich auf Modellsuche machen ,  nach 45 min war es gefunden,  ebenso Dirks Modell. Dirk errichte mit Rang 2 seinen nächsten Podestplatz vor Per Findahl und Eyal Galor. Das israelische Team hörte man noch kurz vor Einbruch der Dunkelheit im Feld suchen . Aviv Balassiano aus Israel hatte die beste Luft und gewann mit 480 sec.  Wo er zur Zeit antritt,  gewinnt er.  Sein zweiter Weltcupsieg dieses Jahr,   bereits Ende Mai in Serbien hatte er gewonnen.

Heute (Sonntag) ist es wieder sehr heiß, Frank und Steffen sind beim Training,  ich kuriere die Erkältung aus. Michael Sondhauß kommt eben vom Training zurück und Thomas bekommt hoffentlich die Elektronik seiner Funkbremse in den Griff.

Heute Abend um 18 Uhr findet die Eröffnungsfeier statt,  ebenso die Siegerehrung vom Budapest Cup mit Dirk auf dem Treppchen.
 

Weltcup, Teil 4

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Michael ist im Stechen, zusammen mit 9 anderen in einem Feld von über 80 Teilnehmern in B. So hat das Wetter ganz schön gesiebt, denn viele Piloten waren auf Schongang für ihre Modelle für die WM.
Franky Adametz und Mannschaftsführer Dirk sind in A im Fly Off, und das wird heiß, denn jetzt um 6 sind es immer noch 39 Grad! Der Wind hat zwar nachgelassen, aber die Wärme ist drückend.

Nach der fünften Runde waren wir deswegen im Hotel für eine schnelle Dusche und eine halbe Stunde Ruhen unterm
air Conditioner. Das tat gut,  doch hier draußen hüllt einen die Wärme gleich wieder ein.

Vor dem Stechen kurze Verwirrung, weil echte fünf Minuten davor nur die Hälfte der Starter ihre Startstellen kannten.
Wir kannten Michaels auch nicht und Andreas Gey fragte erfolglos bei der Wettbewerbsleitung. Ich fragte dann hektisch einen hektischen Menschen mit Liste, der von einer Startstelle zur nächsten eilte, mich aber anpatzte, ich solle gefälligst auf die Liste bei der Wettbewerbsleitung gucken. Das in fließendem Ungarisch, aber ich verstand jedes Wort und wollte gerade zurücksetzen, als eim schlauer Mensch sich bei der Sportleiterin so laut beschwerte, dass der ganze Platz es über das Mikro mithörte. Dass nämlich so gut wie keiner seine Startposition wüßte. Die Dame drehte die Augen zum Himmel und verlas schliesslich und ordentlich alle Namen.
Dadurch verzögerte sich der Beginn des Stechen etwas. Dafür kam aber direkt ein dicker Bart durch, in den sich A und C Flieger gleich rein hängten. Franky hatte einen Fehlstart, brachte aber das Ersatzmodell noch im gleichen Bart unter. Und Dirk bremste bei 6 Minuten und lag bei 10 erst unten. Der Bart hatte so echt was!
Mur Michael hatte Pech. Er hatte Startstelle 20 und musste nach einem Gummipatzer mit dem aufgezogenen Kahn noch durchs ganze Feld laufen, als sich am Himmel schon die Holzwolke tummelte.
Auch Stefanchuk war nicht der schnellste, startete neben Micha und nur wenige Sekunden vor ihm, und für beide sollte die Zeit nicht reichen. Hinten im Feld verloren sie, Stepan war bei 6:30 unten, Micha bei 6:39.

Zweites Stechen mit Dirk und Frank um 19:30. um 8 wird es dunkel. Das haben wir uns gestern extra gemerkt.

 

Weltcup, Teil 3

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Mittagspause, und der Himmel ist mit hoher Bewölkung zugezogen, der Wind etwas schwächer, und jeder holt ein wenig Luft.
Inzwischen haben wir auch unsere A Leute getroffen. Dirk und Franky haben noch alles voll, aber das Wetter ist kräftezehrend. Volker ist genau so krank wie ich, und wir haben kurz ausgetauscht, welche Tabletten wir so anbieten können. Allerdings muss Volker auch dringend gesund werden, denn Thomas Weimer hat so extreme Elektronikprobleme, dass sein ganzer WM Start zur Debatte stehen könnte.

Die Zeitnehmer sind unerfahren. Eine Starter, der nur zwei Minuten Starts zum Training macht, sagte am Mittagstisch, er habe eine SO hübsche Zeitnehmerin gehabt! Die habe in der ersten Fünf Minuten Runde, in der er zwei Minuten geflogen ist, ihm trotzdem viere aufgeschrieben. Da bleibt also  noch Raum zur Verbesserung.

Das Ungarische Gulasch zum Mittag lässt allerdings keine Wünsche offen! Auch eiskaltes alkoholfreies Bier gibt es, mit Limo zu mischen. . . Keine Sonne mehr, etwas weniger Wind, fast lässt es sich aushalten.
 

Weltcup, Teil 2

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Der dritte Durchgang dann also schon sehr ausgedünnt. Wenige hohe Wolken, viel Wind, die Thermikblasen gewaltig. Michael bremst bei 2:20 und liegt erst bei 3:30 am Boden. Beim Rückholen ruft er mich an, da im Gelände jemand Probleme zu haben scheint. Niemand vom deutschen Team, ein anderer Teilnehmer. Die Stimmen am Telefon sind im Wind kaum zu hören, und man schickt den Krankenwagen raus. Ich selbst werde in der Zwischenzeit von den Australiern (Bond. Therry Bond) mit Melone verarztet, bei der Hitze gibt es kaum besseres.
 


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