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Start Zeitgeschichte Das verschollene Wakefield

Das verschollene Wakefield

F1B Nach meinem Wiedereinstieg in den Freiflug (1986) bin ich oft (fast regelmäßig) zu Wettbewerben nach Holland gefahren. Meist zur Rosendaler Heide aber auch zur Boshover Heide bei Weert. Da dieses Gelände nicht allzu groß ist wurde fast immer zwei Minuten Max geflogen. Es muss im Mai gewesen sein als wieder ein Wettbewerb stattfand. So zum zweiten oder dritten Durchgang zogen dunkle Wolken auf wie vor einem Gewitter.

Es half alles nichts ich musste starten um nicht einen Durchgang zu versäumen. Schon im Steigflug erwischte ich einen mächtigen Bart nach Ablauf der zwei Minuten war das Modell kaum noch zu sehen. Durchs Fernglas ließ sich erkennen das die Bremse zwar „gekommen“ war aber der Bart so stark war das das Model trotz Bremse immer weiter stieg. Ein hinterher laufen hatte wenig Sinn da am Platzrand ein Kanal quer zur Windrichtung verlief. Wir beschlossen nach Wettbewerbsende zu versuchen das Modell zu finden.
Nach Beendigung des Wettbewerbs sind dann meine Frau, Klaus Kümpel und ich auf die Suche gegangen. Zuerst mussten wir eine Brücke finden um den Kanal zu überqueren. Danach wieder zurück zu dem Punkt wo wir das letzte Mal das Modell gesehen hatten. Gleich anschließend am Kanal war ein dichter hoher Wald der wenig Aussicht aufs wiederfinden versprach außerdem hatten damals erst sehr wenige Modellflieger einen Suchsender. Wir sind dann soweit in Windrichtung gefahren bis der Wald aufhörte und Felder begannen. Beim ersten Bauernhof habe ich dann gefragt ob man zufällig ein Flugmodell gesehen hätte. Leider wurde das verneint. Ein Gutes hatte es aber trotzdem denn der Bauer verkaufte frisch geernteten Spargel. Damit deckten wir uns reichlich ein und traten die Heimreise an. Es wurde dann überlegt ob es Sinn macht am darauffolgenden Wochenende noch einmal auf die Suche zu gehen was aber letztlich als aussichtslos erkannt wurde. So blieb nur die Hoffnung auf eine telefonische oder schriftliche Nachricht diese blieb aber aus und ich hatte mich damit abgefunden das ich das Modell „abschreiben“ müsste.

Ich bin dann noch einige Jahre zu den Holland Wettbewerben gefahren aber als die Benzinpreise anzogen, es waren jedes mal 300 Kilometer, wurden die Besuche immer weniger bis sie ganz aufhörten.

Als ich eines Tages von der Arbeit kam sagte meine Frau dass jemand aus Holland angerufen hätte, mein Modell wäre gefunden worden. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Jahre nicht mehr nach Holland gefahren war konnte ich mir zuerst keinen Reim darauf machen. Erst als ich den Finder anrief stellte sich heraus das es das Modell war das mir damals auf der Boshover Heide davon geflogen war. Nun kommt die Quintessenz des ganzen es waren mittlerweile fünf Jahre ins Land gegangen.

F1B Mit dem freundlichen Finder hatte ich für das nächste Wochenende vereinbart das ich das Modell abhole. Bei meiner Ankunft musste ich feststellen das der Finder das Modell nicht bei sich zuhause hatte sondern dort gelassen hatte wo er es gefunden hatte. Ich befürchtete schon das Schlimmste als ich mit dem Finder zum Fundort fuhr. Unterwegs erzählte er mir aber wie er das Modell gefunden hatte. Er ginge öfter mit seinem Hund auf einem ehemaligen Klostergelände das mitten im Wald liegt spazieren. In einer Hütte die zum ehemaligen Kloster gehörte hatte er das Modell durchs Fenster auf einem Tisch liegen sehen und hatte sich nur die Telefonnummer notiert. Das Modell war nahezu unversehrt bis auf ein paar kleine Blessuren sogar der Zeitschalter lief einwandfrei da das Modell immer trocken in der Hütte gelegen hatte. Nachdem ich das Modell wieder repariert hatte habe ich noch einige Wettbewerbe damit geflogen. Die Tragflächen das Höhenleitwerk und die Luftschraube habe ich noch, den Rumpf kann ich nicht mehr finden evtl. habe ich den entsorgt. Das besondere am Modell ist die Tragfläche mit Jedelsky –Profil. Das Höhenleitwerk hat eine Vollschale aus 0,6 mm Balsa.

Heinz


 

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